Als sich im Sommer 2000 eine Gruppe von Großhansdorfern zusammentat, um einen Ableger von Lions International zu gründen, war vielen wohl nicht klar, was daraus werden würde. 25 Jahre später blickt der Club auf eine Entwicklung zurück, die sich in einer Zahl zusammenfassen lässt: deutlich über 300.000 Euro an Spendengeldern, vergeben an Organisationen und an Einzelpersonen.
Ein Löwe wird man ohne Austrittsdatum
Acht der damaligen Gründungsmitglieder beteiligen sich bis heute aktiv am Clubleben. Das ist kein Einzelfall. Jüngere Mitglieder organisieren die Aktivitäten und leisten die körperliche Arbeit, ältere treten nach eigenem Ermessen einen Schritt zurück und beteiligen sich aus dem Hintergrund. Mitglied bleibt man in der Regel ein Leben lang. Heute zählt der Club 28 aktive Mitglieder.

Wohin die Gelder gehen
"Wir haben uns intern einen klaren Schwerpunkt auf lokale Projekte gesetzt", sagt Schatzmeister Dr. Sebastian Klose. Ein zweiter Fokus liegt auf Projekten von und für Kinder und Seniorinnen und Senioren. Gut zwei Drittel aller Mittel gehen an Vorhaben, die diese Kriterien erfüllen.
Zu den Empfängern zählten in den vergangenen Jahren die Tafel Ahrensburg/Großhansdorf und der Verein Pryvit, der jährliche Erholungsfreizeiten für bedürftige Kinder aus der Tschernobyl-Region in Großhansdorf organisiert. Daneben das örtliche DRK, die Freiwillige Feuerwehr, der Kindergarten Hoisdorf und der Stamm Waldreiter der Pfadfinder. Immer wieder erhalten auch Einzelpersonen nach persönlichen Schicksalsschlägen eine Zuwendung.
"Die zweckgebundene Verwendung der Gelder wird im Club besonders geprüft", so Klose. "Es sind Gelder, die uns anvertraut wurden. Sie ohne Abzüge an Bedürftige weiterzugeben, ist für uns Selbstverpflichtung."
Ein besonderes Vorhaben war das Schulprojekt mit dem Team Malizia des Hochseeseglers Boris Herrmann. Rund 1.500 Kinder verfolgten den Vortrag zu Klimaforschung und Meeresschutz online, fast 400 Schülerinnen und Schüler waren im Forum des Emil-von-Behring-Gymnasiums dabei – einschließlich einer Liveschaltung zu Boris Herrmann an Bord, während das Vendée-Globe-Rennen lief.
Gefördert werden in der Regel einzelne Projekte. "Wir vermeiden langfristige Förderzusagen, da wir jedes Jahr aufs Neue Spendengelder erwirtschaften müssen", sagt Präsident Björn Woge. Eingespielt hat sich die enge Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung über laufende Projekte und besondere Bedürfnisse im Ort.
Woher das Geld kommt
Seit 20 Jahren organisiert der Club über seinen Förderverein das Matjesfest auf dem Rathausvorplatz und den Hüttenzauber im Waldreitersaal, dazu im Sommer ein Golfturnier. Für jedes Fest gibt es ein Organisationsteam, am Veranstaltungstag heißt es dann "Alle Mann an Deck".
Besonders das Matjesfest ist jedes Jahr eine Herausforderung. "Wir wollen als Löwen samt Familien sichtbare Gastgeber sein", sagt Diethelm Siebuhr, der seit vielen Jahren in der Organisation mitwirkt. "Bei über 2.500 Besucherinnen und Besuchern wie 2024 kommen wir als Club allerdings an unsere Grenzen. Primär sollen unsere Feste von und für Großhansdorf sein. Wir wollen eine familiäre Atmosphäre schaffen, die über alle Generationen trägt."
Freundschaft gehört dazu
Alle zwei Wochen treffen sich die Mitglieder, um Aktivitäten zu planen, zu diskutieren oder einfach Zeit miteinander zu verbringen. Gepflegt wird auch die Verbindung zum Partnerclub im litauischen Šiauliai – man besucht sich seit vielen Jahren im jährlichen Wechsel und hat gemeinsam mehrere Projekte in Litauen umgesetzt.

Wer dazukommen möchte
"Es gibt keine Ober- oder Untergrenze an Mitgliedern", sagt Swen Sauerberg, der das Präsidentenamt zum 1. Juli übernimmt. "Wir wollen aber ein Club bleiben, der alle Interessen und Altersgruppen ab etwa 35 Jahren abdeckt."
Früher galten Serviceclubs als elitäre Kreise mit klaren Regeln zu Beruf, Ortsansässigkeit oder sozialer Zugehörigkeit. "Heute suchen wir Menschen, die in unserer Umgebung etwas an die Gesellschaft zurückgeben wollen und dazu beitragen möchten, dass es den Bedürftigen in unserer Gemeinde etwas besser geht. Und wir suchen Menschen, die die Dynamik und Kreativität einer Gruppe schätzen. Wer sich darin wiederfindet, kann sich jederzeit bei uns melden."


